Gefahren durch Softwarepatente bleiben bestehen
18.05.2004: "Mit der Entscheidung für Softwarepatente wurde von den europäischen Regierungen die Chance verpasst, die europäische Software- und Freie Software-Branche in ihrer Vielfalt und Innovationskraft zu stärken. Zum "Jahr der Innovation" passen keine Softwarepatente", erklärte Markus Beckedahl vom Netzwerk Neue Medien.
"Entgegen öffentlichen Äusserungen vor und nach der Entscheidung hat die deutsche Regierung einer Richtlinie zugestimmt, die mittelstandsfeindlich ist und die Entwicklung von Freier Software gefährdet. Die von Deutschland eingebrachten Änderungsvorschläge wurden erheblich gekürzt und sind damit fast unwirksam geworden. Sinnvolle Änderungen des EU-Parlaments wurden fast komplett verworfen. Es ist unverantwortlich, dass trotzdem für die Richtlinie gestimmt wurde.", so Beckedahl.
"Unnötige neue Barrieren entstehen, die einer Entfaltung von neuen Produktionsmodellen einer Wissensgesellschaft entgegenstehen. Wenn technische Standards und Protokolle patentiert werden dürfen, können Mitbewerber aus Märkten ausgeschlossen werden. Damit besteht die Gefahr, europäische klein- und mittelständische Unternehmen zu Hobbyprogrammierern zu degradieren. Die Entwicklung einer eigenständigen europäischen Unternehmenskultur im Softwarebereich und viele Arbeitsplätze werden dabei leichtfertig aufs Spiel gesetzt.", so Beckedahl.
"Die bisherige Postion des Europaparlamentes gegen Softwarepatente beizubehalten, wird die erste Probe der Kammer in der neuen Zusammensetzung sein.", so Beckedahl abschliessend.
